Haus Burgund-Franche-Comté

 
 

Vorträge und Lesungen


 'Vom Atlantik bis zum Ural': die Station Mainz im Leben des Franzosen Raymond Schmittlein (1904-1974)

Donnerstag, 03. Mai 2018, 18.30 Uhr im Haus Burgund Mainz


Der „Kulturgeneral“ – wie er manchmal genannt wurde — war von 1945 bis 1951 Leiter der Kulturabteilung der französischen Militärregierung in Deutschland. Die Stadt Mainz, mit der er familiär verbunden war, verdankt ihm die Gründung von mehreren kulturellen Institutionen wie die Johannes Gutenberg-Universität, das Institut für Europäische Geschichte, die Akademie der Wissenschaften und der Literatur und auch das Institut Français. Mehrere Museen und Kulturgebäude konnten 1950 von seinem „programme exceptionnel d’action culturelle“ profitieren, das der neuen politischen und administrativen Hauptstadt des Landes Rheinland-Pfalz eine verstärkte kulturelle Dimension geben sollte.

Der Germanist von Beruf und ehemalige Résistance-Kämpfer, der ab 1940 der France Libre angehört hatte, gilt als einer der ersten Pioniere der deutsch-französischen Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg. Er war aber nur teilweise ein Kulturvermittler zwischen den beiden Ländern und hat sich nach 1951 – während seiner politischen Karriere als gaullistischer Abgeordneter – von der Bundesrepublik distanziert. Ab Ende der 1950er Jahre stand die UdSSR im Zentrum seiner Interessen. Inwieweit haben seine Vorstellungen von Europa – die von der De Gaullschen Konzeption „Vom Atlantik bis zum Ural“ stark geprägt waren – und seine Erfahrungen der Kriegszeit in „Russland“ diese Umorientierungen bestimmt?

Vortrag im Rahmen der Europawoche von Prof. Dr. Corine Defrance, Historikerin und Direktorin am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Paris)

Eintritt frei


Mit freundlicher Unterstützung der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der Europäischen Union


 

 

 

 

 

Kapelle Notre-Dame du Haut
Ronchamp

Montag, 04. Juni 2018 um 19.00 Uhr im Erbacher Hof (Kettelersaal)

©Sandrine Baverel


Die UNESCO nahm 2016 eine Serie von 17 Bauten und Ensembles des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier (Charles-Édouard Jeanneret-Gris, 1887-1965) in die Weltkulturerbeliste auf. Die Bauten, verteilt über sieben Länder und drei Kontinente, verdeutlichen die herausragende Rolle Le Corbusiers für die Architektur des 20. Jahrhunderts und sind Zeugnisse der Globalisierung der Moderne.

Einer dieser Bauten ist die 1955 eingeweihte Kapelle Notre-Dame du Haut in Ronchamp bei Belfort (Departement Haute-Saône), südlich des Naturparks Ballons des Vosges gelegen. Le Corbusier plädierte für die Verwendung neuer Baustoffe. Mit den Materialien Beton, Stein, Holz, Gusseisen, Bronze, Email und Glas erschuf er ein erstaunlich leichtes, lichtes Werk und verwirklichte durch die Konstruktion und Raumeinteilung die wesentlichen Elemente der Schöpfung: Materie und Licht.

Der Mainzer Architekt Jürgen Hill stellt die Besonderheiten dieses einmaligen Kirchenbaus der Moderne vor.

Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit dem Erbacher Hof / Akademie des Bistums Mainz

Wie zeitgemäß sind Städtepartnerschaften?

Dienstag, 05. Juni 2018 um 18.30 Uhr - Rathaus der Landeshauptstadt Mainz

 

©dfi

Viele Bürgerinnen und Bürger verbinden mit dem Begriff « Europa » vor allem Institutionen, Bürokratie und undurchsichtige Entscheidungswege. Gleichzeitig praktizieren viele von uns eine ganz andere europäische Realität, durch Austausch, Auslandsaufenthalte, gemeinsame Projekte. Dieses gelebte Europa findet vor allem auf lokaler Ebene statt.

Die Städtepartnerschaften – in Europa gibt es ca. 20.000, davon alleine 2.200 zwischen deutschen und französischen Kommunen – sind ein bewährtes Gefäß für bürgernahen Austausch, persönliche und berufliche Beziehungen. In einer kürzlich publizierten Studie haben wir die deutsch-französischen kommunalen Partnerschaften untersucht. Das Ergebnis ist insgesamt erfreulich: die Partnerschaften sind auch im 21. Jahrhundert lebendig, allerdings müssen immer wieder neue Teilnehmergruppen für die aktive Mitwirkung motiviert werden.

Es lohnt sich, politisch und finanziell in Städtepartnerschaften zu investieren. Verschiedene Programme der EU bieten kommunalen Strukturen die Möglichkeit, ihren Austausch fördern zu lassen.

Prof. Dr. Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, spricht über die Bedeutung kommunaler Partnerschaften anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Mainz-Dijon.

Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Mainz