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Liebe Freundinnen und Freunde des Hauses Burgund,

 

als Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur habe ich die Schirmherrschaft über die 6. „Woche des Geschmacks“ des Hauses Burgund sehr gerne übernommen.

 

Schmecken zu können – das ist im Gegensatz zum landläufigen Glauben keine angeborene Fähigkeit. Und in kaum einem Bereich der Kultur ist die Sprache so unterentwickelt, wie beim Beschreiben von Geschmack und den Eindrücken beim Essen. Das sagt der namhafte Restaurantkritiker Jürgen Dollase in seinem Buch „Geschmacksschule“.  Viele Menschen haben vergessen, wie frische Lebensmittel guter Qualität überhaupt schmecken, denn immer häufiger bestimmen industriell vorgefertigte Speisen unseren Ernährungsalltag. „Der Begriff Geschmack“, sagt Dollase, „gilt für die komplette Wahrnehmung mit dem Mund, also auch inklusive der Wahrnehmung für Textur und Temperatur“. Je komplexer ein Gericht ist, desto vielfältiger oder phantasievoller können die geschmacklichen Kombinationen sein, die sich dabei ergeben. Voraussetzung, man lässt sich auf das Geschmackserlebnis ein.

 

Man muss kein Sternekoch sein, um gut zu kochen, aber man benötigt kulinarische Intelligenz und diese muss entwickelt und gefördert werden. Hier setzt die Woche des Geschmacks nun schon zum sechsten Mal an: Mit Kochkursen für Kinder und Erwachsene, einer kulinarischen Lesung, Seminaren zur Pralinenherstellung und Fingerfood und dem beliebten  Kartoffelschälwettbewerb können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr sensorisches und kulinarisches Potenzial erweitern. Ein zweisprachiges Rezeptbuch mit den in den vergangenen Jahren im Rahmen der Soireés Patrimoine vorgestellten burgundischen Spezialitäten regt zur Nachahmung am heimischen Herd an.

 

Schwerpunkt im traditionellen Ernährungsquiz für Schülerinnen und Schüler sind in diesem Jahr alte Gemüsesorten. Wer kennt noch die "unterirdischen" Gemüse, die in Großmutters Töpfen eine Selbstverständlichkeit waren? Pastinaken, Topinambur und Steckrüben teilten sich lange Zeit den Ruf des Arme-Leute-Essens. Steckrüben halfen in Kriegszeiten zu überleben, Pastinaken waren vor allem als Viehfutter beliebt. Schade eigentlich, denn die alten Gemüsesorten schmecken nicht nur lecker, sie enthalten auch eine Fülle an Mineralstoffen und Vitaminen.

 

Heute besinnt man sich dank unterschiedlicher Aktivitäten wieder vieler dieser Gemüsespezialitäten, da ihr ursprünglicher, nicht standardisierter Geschmack und ihre regionale Herkunft geschätzt werden. Gründe genug, um als Thema im Ernährungsquiz aufgegriffen zu werden. Die Siegerklasse des Quiz darf sich auf einen erlebnisreichen Tag in Mainz, an dem kleine Überraschungen winken, freuen.

 

Das Haus Burgund festigt durch das herausragende Engagement die vorbildliche Partnerschaft zwischen dem Burgund und Rheinland-Pfalz jedes Jahr aufs Neue.

 

Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger ein, das vielfältige Angebot zu nutzen. Dem Haus Burgund und seinen Partnern danke ich für das Engagement und wünsche gut besuchte Veranstaltungen.

 

Doris Ahnen

Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur